3-2-1: Datensicherung für alle
Wir alle haben digitale Daten, die uns wichtig sind: die Bilder vom letzten Urlaub, die Nachrichten mit den Freunden oder einfach nur die letzte Steuerbescheinigung. Aber wie kann man Daten sicher speichern, sodass man sie nicht verliert, wenn zu Hause etwas kaputtgeht oder das Smartphone in der Bahn liegen bleibt? Schauen wir uns die 3-2-1 Regel für gute Backups an.
Die 3-2-1 Regel für Backups
Eine gute Backup-Strategie erfüllt diese Kriterien:
- 3 Kopien der Daten, also das Original und mindestens 2 Kopien
- 2 verschiedene Speichermedien, auf denen die Kopien gespeichert werden
- 1 entfernter Ort, an dem eine der Kopien aufbewahrt wird
Das mag erstmal nach ganz schön viel Aufwand klingen, aber das hat seinen Sinn. Schauen wir uns mal ein Beispiel an.
Nehmen wir an, du hast deine Daten auf dem Smartphone. Geht das jetzt kaputt, sind all die schönen Erinnerungs-Fotos futsch. Also muss schon mal mindestens eine Kopie her, das ist klar. Die zweite Kopie ist quasi das Backup fürs Backup, die Versicherung für den Fall, dass es wirklich schiefgeht. Externe Festplatten haben auch eine Haltbarkeit und können kaputtgehen – eine Erfahrung, die ich leider schon selbst gemacht habe, als die externe Festplatte mit den Bildern der Freizeiten, auf denen ich in meiner Jugend war, kaputtging. Wenn man das nicht merkt und dann das Backup braucht, hat man Pech gehabt. Und die zweite Kopie hat auch noch einen weiteren Grund: nicht alle Kopien an einem Ort aufbewahren. Klar wünscht man sich das nicht, aber einen Rauchmelder haben wir zu Hause ja auch. Es kann immer mal passieren, dass es brennt oder Hochwasser gibt. Dann ist es gut, ein Backup zu haben, das nicht im gleichen Haus aufbewahrt wird.
Klar, eine 100%ige Sicherheit hat man auch mit der Strategie nicht, aber die Wahrscheinlichkeit eines Totalverlustes wird so doch erheblich reduziert. Daher wird die 3-2-1-Sicherungsstrategie immer noch als Best Practice angesehen, auch wenn sie keineswegs eine neue Idee ist.
Stufe 0: fehlerfreies Backup
Manchmal findet man in der Literatur auch die Erweiterung der anfangs erwähnten Regel zur 3-2-1-0-Regel: Ein Backup sollte 0 Fehler haben und im Bedarfsfall auch tatsächlich funktionieren. Das beste Backup bringt nichts, wenn man es im Fall der Fälle nicht verwenden kann oder es unvollständig ist. Also prüfe regelmäßig dein Backup und übe vielleicht sogar mal das Wiederherstellen, damit du weißt, wie das geht, wenn es darauf ankommt.
Das Backup-Medium
Okay, aber was heißt das jetzt konkret? Wo soll ich meine Daten sichern?
Das lässt sich pauschal gar nicht so einfach beantworten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die natürlich ihre Vor- und Nachteile haben.
Die externe Festplatte
Das ist der Klassiker, würde ich sagen: die externe Festplatte auf dem Schreibtisch, auf die man regelmäßig die Daten kopiert. Das funktioniert für Desktop-PCs und Laptops ganz gut, für Smartphones ist das aber mit etwas mehr Aufwand verbunden. Und auch beim Computer muss man dran denken, das regelmäßig zu machen. Am besten automatisiert man den Vorgang, sodass er automatisch im Hintergrund läuft. Das sollte man aber auch regelmäßig prüfen; nichts ist ärgerlicher als das Backup, von dem man nur dachte, man hätte es.
Ein NAS
Die klassische externe Festplatte steckt man direkt an den Computer. Ein NAS (Network Attached Storage) hängt – wie es der Name schon vermuten lässt – im Netzwerk. Das ist in der Regel das Heimnetzwerk, das der Router aufmacht, also quasi dein WLAN oder LAN. Das macht es komfortabler, weil du nicht erst die Festplatte anstecken musst, sondern von überall zu Hause darauf zugreifen kannst, auch vom Smartphone aus. So lassen sich die Daten von allen Geräten dort speichern. Allerdings ist die Verbindung übers Netzwerk oft etwas langsamer, als wenn man die Platte direkt ansteckt.
Ein einfacher Einstieg ist z. B. die NAS-Funktion der Fritz-Box. Dabei schließt man einfach eine externe Festplatte per USB an die Fritz-Box an und schon steht diese als Netzwerkspeicher zur Verfügung. Etwas mehr kann dann schon ein dediziertes NAS-System, also ein kleiner Computer, den man sich zu Hause hinstellt, der wenig Leistung, aber viel Speicher hat. Oft werden dabei dann auch mehrere Festplatten mit redundanter Speicherung genutzt (ein sog. RAID-System). Solche Systeme gibt es von verschiedenen Herstellern mit jeweils wieder individuellen Features. Das wäre nochmal ein ganz eigenes Thema.
Die Flexibilität und der Komfort im Vergleich zur klassischen Festplatte sind natürlich ein Pluspunkt, allerdings hat man dann eben auch noch einen weiteren Computer zu Hause rumstehen, der Strom verbraucht und um den man sich kümmern muss. Man behält so auf jeden Fall die Daten bei sich, was auch als Datenschutzvorteil gewertet werden kann. Ob einem das gegenüber einem Online-Speicher die Hardware und die Betriebskosten wert ist, muss jeder für sich beurteilen. Einen entfernten Speicherort hat man damit noch nicht.
Online-Speicher
Ich rede hier bewusst noch nicht von Cloud, auch wenn die Grenzen sicher fließend sind. Was ich meine, ist ein einfacher Speicheranbieter, bei dem man Speicher mieten und dann im eigenen PC oder Smartphone über das Internet einbinden kann. Das ist dann quasi ein NAS, das nicht im eigenen Haus, sondern im Rechenzentrum des Anbieters steht.
Der Vorteil ist klar: Man muss sich um die Hardware und den Betrieb nicht selber kümmern. Im Gegenzug ist dafür aber auch die Verbindung nochmal langsamer, weil sie jetzt von der Internetverbindung zu Hause „nach draußen“ abhängt und nicht mehr nur über das lokale Netzwerk geht. Gleichzeitig gibt man natürlich auch ein Stück weit die Hoheit über seine Daten auf, wenn man sie auf einen Server schiebt. Bei deutschen oder anderen europäischen Hostern schätze ich das in der Regel als sehr sicher ein, aber es kann ja durchaus sehr sensible Daten geben, die man auf gar keinen Fall irgendwo anders haben will als „unterm Kopfkissen“. Und wer mag, kann seine Daten ja zusätzlich verschlüsseln, bevor er sie hochlädt.
Cloud-Anbieter
Mit Cloud-Anbietern meine ich integrierte Cloud-Lösungen wie iCloud, Google Drive oder OneDrive. Die sind natürlich sehr komfortabel und integrieren sich direkt ins Betriebssystem des Computers oder Smartphones. Die Benutzung ist also nochmal einfacher als bei den bereits genannten Online-Speichern. Allerdings zahlt man dafür auch etwas mehr: Eine vergleichbare Speichermenge kostet hier das Doppelte, manchmal sogar das Dreifache. Genau wie bei Online-Speichern muss man sich hier aber nicht um Hardware und Betrieb kümmern und hat natürlich auch gleich den entfernten Speicherort mit abgedeckt.
Zu Hause vs. in der Cloud
Ich habe es in den Abschnitten vorher schon angerissen: Ob man seine Daten lieber zu Hause behalten möchte oder sie einem Cloud-Anbieter anvertraut, muss man für sich entscheiden und dabei Komfort, Einfachheit, Preis, aber auch persönlichen Seelenfrieden gegeneinander abwiegen.
Auch für die lokale Speicherung gibt es Möglichkeiten, einen entfernten Speicherort zu realisieren. Man kann z. B. eine Festplatte immer zu Hause haben und diese regelmäßig (einmal pro Woche bis alle paar Wochen) mit einer Festplatte austauschen, die man beispielsweise im Büro, bei den Eltern oder bei guten Freunden deponiert. Natürlich sollte das nicht gerade der Nachbar sein, denn dann hat man bei einem Hochwasser wieder das Ziel verfehlt, und klar dürfte auch sein, dass das mehr Aufwand ist als bei einem Speicher im Internet.
Fragen als Entscheidungshilfe
Wenn du für dich selber eine passende Strategie entwickeln möchtest, können dir die folgenden Fragen bei der Entscheidung helfen:
- Wie viel Ausfallsicherheit möchte ich haben? Wie wichtig sind mir die Daten?
- Bin ich bereit mich etwas mit dem Thema auseinanderzusetzen oder will ich eine schnelle Lösung die einfach funktioniert?
- Bin ich bereit die Daten zu einem Cloud-Anbieter zu schieben oder möchte ich alles so lokal wie möglich halten?
- Wie groß ist mein monatliches / einmaliges Budget?
Mein persönliches Setup
Und wie mache ich das jetzt eigentlich? Meine Backup-Strategie besteht aus mehreren Sachen. Ob das so für den Normalverbraucher sinnvoll ist – vielleicht nicht. Ich arbeite hier aber ja auch mit wichtigen Projektdaten und lege daher Wert darauf, dass da möglichst nichts verloren geht.
- Die Day-to-Day-Daten habe ich auf dem MacBook.
- Für das MacBook wird regelmäßig auf einer externen Festplatte und auf meinem NAS ein Backup erstellt.
- Das NAS dient auch als Archiv. Hier lege ich also Projekte und Daten ab, an denen ich nicht mehr akut arbeite. Außerdem kommen da Backups von Kundenprojekten und mein Medien-/Dokument-Archiv hin.
- Das NAS läuft mit einem RAID-1. Die Daten liegen dort also gespiegelt auf mehreren Platten. So habe ich auch bei einem Hardware-Defekt von einer der Platten noch eine lokale Kopie.
- Einmal pro Woche wird alles, was auf dem NAS liegt, verschlüsselt zu einem deutschen Online-Speicher synchronisiert. Damit habe ich eine weitere, entfernt liegende Kopie der Daten, die durch den Speicheranbieter zusätzlich nochmal gesichert wird.
Fazit
Ein Backup ist wichtig und man sollte sich darum kümmern, bevor man es braucht. Es gibt viele Lösungen und jeder muss für sich entscheiden, wie viel Aufwand man betreiben oder Geld in die Hand nehmen möchte. Eine „One fits all“-Strategie gibt es da nicht.